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Teppich ABC

MUSTER, URSPRUNG UND ERKENNUNG

Anhand des Musters ist ein Orientteppich eindeutig seiner Herkunft zugeordnet, wobei nicht ausschließlich das Motiv zur Identifizierung herangezogen werden kann. Die von Fachleuten angewandte klassische Methode ist das Prüfen der Knüpfung. So erkennt ein geübtes Auge den Ursprung eines jeden Orientteppichs durch einen raschen Blick auf ein paar Quadratzentimeter der Rückseite – so exakt dass häufig sogar das Dorf genannt werden kann, in dem dieser gefertigt wurde. Grundsätzlich erkennt man die Provinz eines Teppichs bereits an der Florseite – an Muster und Farben. Nur zur Bestätigung oder wenn der Eindruck scheinbar irreführend ist, sieht sich der Kenner auch die Rückseite an. Auch wenn die Knüpfung die letzten und entscheidenden Hinweise liefert, ist  das Muster doch in jedem Fall der gebräuchliche Wegweiser.
 

MATERIALIEN UND TECHNIKEN

Die Automatisierung der industriellen Produktion hatte auf die Herstellung von Orientteppichen weniger Auswirkung als auf viele andere Sparten. Heute noch werden besonders feine Exemplare, speziell in Persien, nach jahrtausender alten Traditionen in reiner Handarbeit hergestellt. In manchen iranischen Dörfern wird der Arbeitsbeginn an einem Teppich gefeiert, denn dieser Zeitpunkt stellt einen besonderen und freudigen Moment im gemeinsamen Leben der Dorfbewohner dar. Wenn dann die eigentliche Arbeit beginnt, die oft Jahre dauern kann, arbeiten die Knüpfer, Färber und Spinner unermüdlich und geduldig, um mit vereinten Kräften ein einzigartiges Meisterstück des Handwerks entstehen zu lassen.

Die Wolle
Schafswolle ist zweifellos der wichtigste Rohstoff für die Herstellung des gewebten und geknüpften Orientteppichs. Dabei ist es jedoch nicht einerlei, welche Wolle aus welcher Qualitätsstufe man verwendet. Nur bei fachgerechter Auswahl wird der Teppich einen schönen Glanz aufweisen, der das Muster zur Geltung kommen und so auch den Flor angenehm weich im Griff erscheinen lässt. Teppiche aus Ziegen- oder Kamelhaarwolle gibt es ebenfalls, doch gelten sie als grob und dadurch wenig gesucht.

Doch Schafswolle ist nicht gleich Schafswolle. Diese Nutztiere liefern die unterschiedlichsten Qualitäten. Es sind nur wenige Rassen, die sich durch besonders weiches Haar auszeichnen, das auch Farbe gut annimmt, und selbst das nur, wenn man bei der Aufzucht auf die richtige Fütterung achtet. Allgemein ist es besser, wenn das Haar des Schafsfells nicht zu stark gelockt ist, denn das Glätten der Wolle erfordert eine Behandlung mit unsanften Mitteln, die der Wollqualität nicht zuträglich ist. Die beste Wolle fällt dabei an Rücken, Kehle und Schultern an, wobei die Jungtiere die feinste, seidigste Wolle liefern.

Seide
Bekanntlich gehören Seidenteppiche zu den besonders wertvollen Exemplaren. Sicherlich genießen sie ihren besonderen Ruf auch zu Recht, denn die Seide verleiht dem Teppich einen wunderschönen Glanz, während die Feinheit des Fadens delikateste Musterung erlaubt. Die hohe Belastbarkeit des Fadens erlaubt es im weiteren Knoten sehr fest zu ziehen. Sie werden da durch winzig klein womit eine Knotendichte wie bei keinem anderen Material erzielt werden kann. Schon in den antiken Teppichmanufakturen wurden die feinsten Exemplare immer aus Seide hergestellt, und diese Tradition wird bis heute fortgeführt. Außerdem genießen nur die besten Knüpfer das Privileg, mit dem edlen Material zu arbeiten, denn der hohe Preis erfordert größte Sparsamkeit im Umgang mit dem Rohstoff. Zu den beliebtesten und bekanntesten Provinzen von Seidenteppichen gehören Ghoum, Isfahan und Keshan in Persien sowie Hereke in der Türkei.
 
Farben und Färben
Die Ästhetik des Orients räumt der Farbe einen enormen Stellenwert ein. Da im Islam ein strenges Bilderverbot herrscht, dominieren abstrakte, oft geometrische Formen und der ornamentale Aspekt der Dekoration steht viel deutlicher im Kontext als in anderen Kulturkreisen. Die Teppiche reflektieren die Hingabe zu den Farben, und auch die Färberkunst gehört dabei als wichtiges Element zum traditionellen lokalen Handwerk. Richtig färben erfordert hohe Kunstfertigkeit und reichlich Erfahrung. Erst die Farbe gibt dem Muster seine Aussagekraft und lässt einen optisch ansprechenden Gesamteindruck entstehen. Und die Qualität der Farbe entscheidet neben anderen Kriterien über den Wert des Teppichs. Nicht selten sieht man zum Beispiel die "Abrasch" genannten Tonabweichungen innerhalb einer Farbe, die besonders deutlich im einfarbigen Spiegel des Hauptfeldes zu erkennen sind.
 

AUFBAU EINES KNÜPFTEPPICHS

Die Kette
Die Kette ist der tragende Teil des Untergewebes eines Knüpfteppichs, sozusagen das Skelett, das die Knoten trägt. Ein präzises Spannen ist die Grundregel, ob der Teppich später eine regelmäßige Form aufweist. Seide wird allerdings wegen der hohen Materialkosten nur für feine Teppiche benutzt. Bei Alten und Nomadenteppichen findet man noch oft Wolle als Kettelfäden, daher können Unregelmäßigkeiten in der Körperform des Teppichs auftreten.

Der Schuss
Durch die Kette wird der Schuss gewebt, der die Aufgabe hat, die Knoten zu stabilisieren und in einer Linie zu halten. Der Durchschuss darf auf der Vorderseite des Teppichs nicht zu sehen sein und wird daher besser von einem langen Flor verborgen. Wird der Durchschuss nicht gut angeschlagen, ist der Teppich zwar rascher fertig geknüpft, doch die Qualität leidet unter Beanspruchung und die Knoten werden nicht lange standhalten.



Der Teppich in der orientalischen Kultur
In der westlichen Welt gelten Orientteppiche seit wenigen Jahrhunderten als wertvolle Einrichtungsgegenstände, die neben Wohnqualität und Komfort in erster Linie das optische Erscheinungsbild einer Wohnung aufwerten sollen. Im Osten bedeuten sie viel mehr. Sie sind Träger einer komplexen Botschaft, die gleichsam einen Bilderbogen durch die Geschichte der östlichen Völker spannen, da die Menschen im Laufe der Zeit viele der bedeutendsten und charakteristischsten Merkmale ihrer Kultur in sie eingearbeitet haben. Jedes Stück ist ein einzigartiges Objekt und hat seinen ureigenen künstlerischen, nostalgischen, religiösen und auch pragmatischen Wert. Zwei historische Aspekte sind bei der Spurensuche nach dem Ursprung von maßgeblicher Bedeutung. Der anfänglich nomadisierenden Lebensweise vieler Völker des Mittleren Ostens verdanken wir höchst wahrscheinlich die Entwicklung der Knüpfteppich zu einer hohen Kunst, der Islamisierung den wachsenden Stellenwert des Teppichs und zahlreiche seiner Ornamente.

Knoten
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Knoten – den symmetrischen und den asymmetrischen. Bei älteren und antiken Knüpfteppichen kann man an ersterem, der auch türkischer oder Gördes-Knoten genannt wird, die Teppiche aus Anatolien, dem Kaukasus und dem Mittleren Osten erkennen, während mit der zweiten Art, dem persischen oder Senneh-Knoten, nur Perser geknüpft wurden. Heute werden die Knoten allerdings mehr nach ihrer speziellen Eignung benutzt. Der asymmetrische Knoten ist weicher im Profil und besser für feine, floreale Muster geeignet. Allerdings ist der Gördes-Knoten solider und deshalb mehr für Teppiche geeignet, die höheren Beanspruchungen standhalten können. Es gibt außerdem eine Reihe von speziellen Knoten wie den spanischen Knoten, der nur einen Kettfaden umschlingt, den Dschufti-Knoten, der um vier Kettfäden gelegt wird, und schließlich den Schlaufenknoten, der zwar schnell geknüpft, jedoch wenig widerstandsfähig ist und daher nicht für Teppiche für den alltäglichen Gebrauch geeignet ist. Normalerweise wird auf diese Art nur dort geknüpft, wo stark an den Produktionskosten gespart wird, was im Allgemeinen nicht auf qualitativ hochwertige Ware zutrifft.

 

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